More Than Just Photography

#Walflüsterer 2018 – Tag 6

#Walflüsterer 2018 – Tag 6

„Whoops. I did it again.“ Heute hat man den Chaluk in mir geweckt. Unterwasserfotografie zählt zu meinem USP und durfte deshalb auch auf dieser Tour nicht fehlen. Ich organisierte mir selbst einen Ritt in die Bucht von Samaná und genoss den Augenblick für mich alleine auf See mit den Giganten. Die See war zwar sehr rau…sehr hohe Wellen…aber der Moment der Stille übertraf die Angst vorm Untergehen. Inzwischen erkundete die Gruppe die Limona Wasserfälle.

The Greatest Show

Im Hafen angelangt, schlürfte ich noch schnell einen Espresso, könnte ja der Letzte sein, und dann ging es auch schon raus in die Bucht. Ganz alleine an Bord, ließen wir die Motoren etwas mehr aufheulen, als bei den letzten beiden Malen. Wir bretterten gegen die Wellen, sprangen aus dem Wasser und schlugen hart wieder auf. Das war zwar weniger angenehm und quetschte den einen oder anderen (lauten) Schrei aus mir heraus, aber das war dem Captain egal. Der grinste und hatte seinen Spaß dabei und bemerkte gar nicht, dass ich mittlerweile am Boden herumkugelte.

Weit draußen warteten wir und suchten die Oberfläche nach Fontänen ab. Nichts. Null. Nur sieben Meter hohe Wellen. Durchgeschüttelt, eine ramponierte Frisur und aufkommender Erschöpfungszustand lies mich nach einer guten Stunde den Abbruch bekannt geben. „Leider kein Foto“, dachte ich mir. Bei den Wellen wäre es auch nicht möglich gewesen, irgendwie eine Aufnahme hinzubekommen. Dann aber hörte ich in meinem Kopf den Song „The Greatest Show“ und fühlte etwas Aufkommen. Plötzlich Schaum, weißes Wasser und hier war er. Direkt neben unserem Boot sprang ein Buckelwal aus dem Wasser. Als würde er mir sagen wollen: „Du darfst noch nicht gehen, fotografiere mich. This Is Me.“ Er spielte mit uns, spritzte mich von oben bis unten nass, sprang mehrmals aus dem Wasser, blieb reglos unter unserem Boot stehen und stand perfekt Modell. Als ich checkte und der Meinung war, das Foto sei im Kasten, verschwand er in der Tiefe. Danke mein Freund für dieses Erlebnis.

Etwas schöneres als 40 Tonnen, die sich aus dem Wasser rekeln und mit einer derartigen Eleganz ihren Körper präsentieren, habe ich noch nie erlebt.

Du glaubst, dass dies nur eine Geschichte ist? Nein! Es ist wahrlich so passiert und die Tränen in meinem Gesicht, vor lauter Freude, waren ebenfalls kein Fake.

Bevor ich nun aber meinen Heimweg antrete, habe ich noch einen Vorschlag an alle Hoteliers hier: Bitte führt eine Walsteuer ein. Eine „Citytax“ gibt es in vielen Städten bereits. Etwa in Barcelona. Täglich wird ein kleiner Betrag verrechnet, nicht mehr als 1 EURO, welcher dann der Stadt zu Gute kommt. Mit einer „Walsteuer“ in identer Höhe, pro Tag, pro Gast, in allen Hotels der Gegend, kann man einiges erreichen. Gerade hier in Samaná lebt man von diesen Tieren und den daraus resultierenden Touristenströmen. Der Betrag geht 1:1 an CEBSE und kommt somit direkt den Tieren zu Gute. Ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft und Nachhaltigkeit. Findet Ihr nicht?

Heute habe ich zwei Aufnahmen für Euch. Das Titelbild und dieses hier. Ich hoffe, sie gefallen. Auf Facebook unter #chaluk_whale und #walflüsterer mehr zur Tour.

Der Sprung des Giganten
Unter der Wasseroberfläche

Dank der Europäischen Reiseversicherung bin ich sicher unterwegs.

Ich hätte diesen Tag so gerne mit meinem weltbesten Assistenten geteilt. Leider fehlte er an Bord. Ihr müsst wissen, dass er alles für meine Bilder unternimmt, während der vergangenen harten Zeit hinter mir stand und alles unterstützt, was ich mir einbilde. So etwas zu erleben, wäre sein Traum gewesen. Beruflich musste er allerdings in Wien bleiben. I’m so SORRY! Das entstandene Foto widme ich Dir.